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Weihnachten findet in diesem Jahr eher statt - zumindest für die freiwilligen Helferinnen und Helfer des THW Sarstedt. Pünktlich zur Jahresabschlussfeier am vergangenen Freitag erhielten sie eine gute Nachricht (die allerdings anfänglich nicht so klang): "Wir müssen heute leider von einem langjährigen Kameraden Abschied nehmen..." leitete der Ortsbeauftragte für Sarstedt Rolf Schablow ein "...aber morgen wird dafür ein neuer Mitstreiter in unseren Reihen eintreffen." Bei diesen Worten hielt er ein Foto des neuen Fahrzeugs für den Ortsverband in der Hand - mit einem Schlag schlug Betroffenheit in Jubel um - hatten die Ehrenamtlichen doch schon seit Jahren auf einen neuen LKW für die Fachgruppe Elektroversorgung gewartet.
Der Ersatz-LKW kam gerade zur rechten Zeit, da beim 30 Jahre alten Vorgänger bereits Probleme mit der Druckluftbremsanlage auftraten: Zuletzt konnte der alte "1017" nicht mehr die Netzersatzanlage (NEA) der Fachgruppe Elektroversorgung (FGr E) ziehen.
"Der zweite große Vorteil ist, dass unser neuer LKW sechs Sitzplätze hat," erzählt Kraftfahrer Markus Blaut begeistert, "deshalb kann die FGr E jetzt einen Großteil ihrer Einsatzkräfte selbst befördern." Bisher musste die Einheit auf Fahrzeuge anderer Gruppen zurückgreifen, um ihre neun Helfer in den Einsatz zu transportieren.
"Für uns ist das das erste Fahrzeug im OV, das wir ohne zusätzliche Umbauten nutzen können. Alle nötigen Extras sind bereits installiert." Blaut verweist auf Details wie den beleuchteten Laderaum und die zweifach vorhandene Funkanlage (analog und digital). "Auch die Sicherheit ist gestiegen: Der neue LKW hat viele Spiegel, die das Manövrieren erleichtern und endlich auch Sicherheitsgurte für die Insassen." Der "1017" mit Baujahr 1981 hatte diese noch nicht.
Ein Luxusgefährt ist der neue MLW (Mannschaftslastwagen) jedoch nicht. Das Technische Hilfswerk ist als Bundesanstalt in ganz Deutschland im Einsatz. Daher ist es wichtig, dass die Helferinnen und Helfer sicher und ausgeruht am Einsatzort ankommen. Außerdem werden sie meistens über längere Zeiträume angefordert. Das neue Fahrzeug bietet daher auch die Möglichkeit, die hintere Sitzbank als Schlafgelegenheit zu nutzen, außerdem verfügt es über eine Standheizung.
Hinzu kommt die Fähgkeit auch in unwegsamem Gelände voran zu kommen. Der MLW ist mit einem auch während der Fahrt zuschaltbaren Allradantrieb ausgestattet und kann bis zu 60 cm tief in Wasser waten.
Auch der Laderaum bietet viele Verbesserungen. Die Fachgruppe Elektroversorgung transportiert sämtliches Gerät und Material in Gitterboxen, die nun sehr sicher an diversen Verzurrpunkten gesichert werden können. Die neue Ladebordwand hat mit 2t eine doppelt so große Hebekraft wie die alte.
Durch die flexible Einteilung des Laderaumes kann der MLW - passend zu seinem Namen - für verschiedenste Transportaufgaben eingesetzt werden.
Den neuen Kameraden holten die Sarstedter in Elster (Elbe) in Sachsen-Anhalt ab. Überreicht wurde er persönlich vom Präsidenten des THW Albrecht Brömme. Insgesamt wurden acht dieser Fahrzeuge in Dienst gestellt. Somit freuen sich noch viele andere Ortsverbände in Deutschland über dieses unverhoffte Weihnachtsgeschenk.
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